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Gebrauchtteile aus dem EU-Ausland kaufen: Mehrwertsteuer, Zolltarifnummer 8708 und was Sie wirklich zahlen<

Gebrauchtteile aus dem EU-Ausland kaufen: Mehrwertsteuer, Zolltarifnummer 8708 und was Sie wirklich zahlen

Sie haben einen gebrauchten Motor oder eine Achse bei einem Autoverwerter in Polen, Frankreich oder den Niederlanden gefunden, zu einem Preis, der deutlich unter dem deutschen Angebot liegt. Bevor Sie bestellen, stellt sich die Frage: Was zahlen Sie wirklich? Innerhalb der EU fallen keine Zölle zwischen Mitgliedstaaten an, aber die Mehrwertsteuerregeln beim grenzüberschreitenden Kauf folgen eigenen Mechanismen. Dieser Artikel erklärt, wie die EU-Mehrwertsteuerregeln beim Kauf von Gebrauchtteilen aus anderen EU-Ländern funktionieren, wann die Zolltarifnummer 8708 relevant wird, und welche konkreten Beträge Sie als Privatperson oder Unternehmen einplanen sollten.

Was erfasst die Zolltarifnummer 8708?

Die Zolltarifnummer 8708 des Harmonisierten Systems (HS) erfasst „Teile und Zubehör für Kraftfahrzeuge der Positionen 8701 bis 8705″. Konkret gehören dazu unter anderem Motoren, Getriebe, Achsen, Bremsanlagen, Karosserieteile, Fahrwerkskomponenten und Steuergeräte (ECUs).
Nicht alles Kfz-Zubehör fällt unter 8708. Reifen (HS 4011), Zündkerzen (HS 8511), Scheiben und Glas (HS 7007) sowie Starterbatterien (HS 8507) haben eigene Positionen mit eigenen Sätzen. Die vollständige Einreihung finden Sie im Elektronischen Zolltarif (EZT) der Bundeszollverwaltung.
Für Käufe innerhalb der EU (also von einem deutschen Käufer bei einem polnischen, französischen oder niederländischen Autoverwerter) hat die Zolltarifnummer 8708 keine direkte Auswirkung auf Zollkosten: Im EU-Binnenmarkt fallen keine Einfuhrzölle zwischen Mitgliedstaaten an. Die Nummer wird bei grenzüberschreitenden B2B-Transaktionen für die Intrastat-Meldung (statistische Erhebung des Warenverkehrs innerhalb der EU) und bei Exporten in Drittländer außerhalb der EU relevant.

Keine Zölle innerhalb der EU, aber Mehrwertsteuerregeln gelten

Für Waren, die zwischen EU-Mitgliedstaaten gehandelt werden, gibt es seit der Vollendung des EU-Binnenmarkts keine Einfuhrzölle. Ein Gebrauchtmotor aus einem polnischen Autoverwerter passiert die Grenze nach Deutschland ohne Zollabgabe.
Die Mehrwertsteuer (MwSt) hingegen funktioniert im grenzüberschreitenden EU-Handel nach eigenen Regeln. Die Unterscheidung zwischen Privatkäufer und Unternehmer ist dabei entscheidend.

Was Privatkäufer zahlen: B2C und die OSS-Regelung

Wenn Sie als Privatperson eine Kfz-Teile bei einem Autoverwerter in einem anderen EU-Land bestellen, gilt seit Juli 2021 die One Stop Shop (OSS)-Regelung:
EU-Verkäufer, deren EU-weiter Fernabsatzumsatz den Schwellenwert von 10.000 Euro pro Jahr übersteigt, müssen Mehrwertsteuer zum Satz des Bestimmungslandes berechnen. Für eine Lieferung nach Deutschland wäre das der deutsche MwSt-Satz von 19 Prozent, unabhängig davon, in welchem EU-Land der Verkäufer ansässig ist.
Was das in der Praxis bedeutet: Ein polnischer Autoverwerter, der als OSS-registrierter Händler über eine europäische Plattform verkauft, berechnet Ihnen als deutschem Privatkäufer 19 Prozent MwSt, nicht den polnischen Satz von 23 Prozent. Der Preis, den Sie zahlen, enthält bereits die korrekte deutsche MwSt.
Ist der Verkäufer nicht OSS-registriert und liegt unter dem Schwellenwert, kann er den Mehrwertsteuersatz seines Heimatlandes berechnen. In diesem Fall können Sie als Privatperson in Deutschland keine deutsche MwSt geltend machen und keine Rückforderung beim ausländischen Finanzamt stellen. Für Privatkäufer ist die Auswahl einer Plattform mit OSS-registrierten Händlern daher die unkompliziertere Lösung.

Was Unternehmer zahlen: B2B und das Reverse-Charge-Verfahren

Wenn Sie als Unternehmer mit gültiger Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) bei einem anderen EU-Unternehmer bestellen, greift das innergemeinschaftliche Reverse-Charge-Verfahren:
Sie teilen Ihre USt-IdNr. dem Verkäufer vor der Bestellung mit.
Der Verkäufer stellt die Rechnung ohne Mehrwertsteuer aus (0 Prozent, mit dem Hinweis „innergemeinschaftliche Lieferung”).
Sie als Käufer buchen den Kauf als innergemeinschaftlichen Erwerb und melden und zahlen die Steuer in Deutschland selbst in der Umsatzsteuererklärung.
Gleichzeitig ziehen Sie diesen Betrag als Vorsteuer ab. Bei korrekter Buchung ist das ein durchlaufender Posten ohne tatsächliche Steuerlast.
Das bedeutet: Unternehmer mit USt-IdNr. zahlen beim Kauf von Gebrauchtteilen aus EU-Ländern keine Mehrwertsteuer an den Verkäufer und haben keinen Liquiditätsnachteil.
Wichtig: Die USt-IdNr. muss gültig und im EU-weiten VIES-System (vies.ec.europa.eu) verifizierbar sein. Geben Sie immer Ihre korrekte USt-IdNr. an, bevor Sie eine Bestellung aufgeben. Eine nachträgliche Anpassung der Rechnung ist möglich, aber aufwendig.

Wann wird die Zolltarifnummer 8708 für Unternehmer relevant?

Für Unternehmen, die regelmäßig Kfz-Teile aus anderen EU-Ländern beziehen, gibt es eine statistische Meldepflicht: die Intrastat-Meldung. Sie wird fällig, wenn der Wert der innergemeinschaftlichen Wareneingänge 800.000 Euro pro Jahr übersteigt. In der Intrastat-Meldung wird für jede Warengruppe die zutreffende Zolltarifnummer angegeben, für die meisten Kfz-Teile also 8708 und die jeweils passende Unterposition.
Für Privatkäufer und kleine Gewerbetreibende unterhalb der Schwelle ist die Tarifnummer beim Kauf innerhalb der EU nicht handlungsleitend. Sie wird relevant, wenn Sie Teile außerhalb der EU weiterverkaufen oder in ein Drittland exportieren. Dabei gelten die regulären Ausfuhrvorschriften und Zollsätze des Ziellandes.

Was das beim Kauf auf Autoparts24 bedeutet

Autoparts24 bindet über 120 autorisierte Autoverwerter und Demontagebetriebe in ganz Europa ein. Die Plattform ist auf den Verkauf an Privat- und Gewerbekäufer in verschiedenen EU-Ländern ausgerichtet.
Als Gewerbetreibender mit USt-IdNr. geben Sie Ihre Steuer-ID bei der Bestellung an und kaufen ohne Mehrwertsteuerbelastung durch den Verkäufer. Als Privatkäufer sehen Sie den Endpreis inklusive der für Deutschland geltenden 19 Prozent Mehrwertsteuer, sofern der jeweilige Verkäufer OSS-registriert ist.
Teile auf Autoparts24 sind nach Kilometerstand des Spenderfahrzeugs, Zustandsklasse und OEM-Nummer ausgewiesen. Die Suche über OEM-Nummer oder Fahrgestellnummer (FIN) filtert Ergebnisse auf die genaue Spezifikation Ihres Fahrzeugs. Hochwertige Teile wie gebrauchte Motoren werden mit Kilometerstand und Zustandsklasse gelistet, sodass Sie Teile aus dem gesamten europäischen Netzwerk direkt vergleichen können.
Rückgabefrist: 30 Tage ab Lieferdatum
Lieferung: Kostenlose Lieferung
Kundenservice: Deutschsprachiger Support per E-Mail und Telefon
Zahlung: Sichere Zahlung über den Autoparts24-Checkout

Häufig gestellte Fragen zum grenzüberschreitenden Kauf von Gebrauchtteilen in der EU

Fällt beim Kauf von Gebrauchtteilen aus einem anderen EU-Land Zoll an?

Nein. Im EU-Binnenmarkt werden keine Einfuhrzölle zwischen Mitgliedstaaten erhoben. Ein Gebrauchtmotor aus einem polnischen Autoverwerter passiert die Grenze nach Deutschland zollfrei. Einfuhrzölle entstehen nur bei Waren aus Drittländern außerhalb der EU.

Was bedeutet 8708 für meine Bestellung?

Für Privatkäufer und kleine Betriebe innerhalb der EU hat die Zolltarifnummer 8708 keine direkte Auswirkung auf den Preis. Sie wird für die Intrastat-Meldung bei großvolumigen Unternehmenseinkäufen und für Export- oder Importvorgänge außerhalb der EU verwendet. Wenn Sie innerhalb des EU-Binnenmarkts kaufen, handelt der Verkäufer die Dokumentation.

Welche Mehrwertsteuer zahle ich als Privatperson beim Kauf von EU-Autoverwertungsbetrieben?

Unter der seit 2021 geltenden OSS-Regelung berechnen EU-Verkäufer oberhalb des 10.000-Euro-Jahresschwellenwerts den Mehrwertsteuersatz des Bestimmungslandes. Für eine Lieferung nach Deutschland sind das 19 Prozent. Sofern der Verkäufer korrekt OSS-registriert ist, enthält der angezeigte Endpreis bereits die deutsche MwSt.

Wie funktioniert der Kauf als Unternehmer mit USt-IdNr.?

Teilen Sie Ihre USt-IdNr. dem Verkäufer vor der Bestellung mit. Der Verkäufer stellt die Rechnung netto ohne MwSt aus. Sie als Käufer melden den innergemeinschaftlichen Erwerb in Deutschland und verrechnen Steuer und Vorsteuer in Ihrer Umsatzsteuererklärung. Bei korrekter Abwicklung entstehen keine tatsächlichen Mehrwertsteuerkosten.

Was ist der Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Einfuhrumsatzsteuer?

Mehrwertsteuer (MwSt) fällt auf Lieferungen im EU-Binnenmarkt an. Die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) ist die umsatzsteuerliche Abgabe beim Import aus Drittländern außerhalb der EU. Sie entspricht dem deutschen MwSt-Satz von 19 Prozent, wird aber gesondert bei der Einfuhr erhoben. Beim Kauf von EU-Autoverwertungsbetrieben fällt keine Einfuhrumsatzsteuer an.

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